Die entweihte Donar-Eiche zu Fritzlar

5.Posting zum Aktionsstag am 16.6.2012 - "Die entweihte Donareiche zu Fritzlar" -

Abschlußbericht der Aktion: „Die entweihte Donareiche zu Fritzlar“ am 16.6.2012

 

Servus zusammen,                                                                  23.6.2012

genau eine Woche ist es nun her, dass wir in Fritzlar auf dem Domplatz zusammengekommen sind. Seither hat sich schon wieder Vieles ereignet, doch dazu später. In Zeiten von Facebook und Co. komme ich mir inzwischen langsam schon wie ein Dinosaurier vor, wenn man dieses „schnellschnell“ nicht wie selbstverständlich mitmacht. Allerdings muss Energie auch weiter fließen, und da ist das www. natürlich ne feine Sache für.

Mir selbst sitzt im Moment nun leider erstmal ein sehr nahe liegender Buchabgabetermin im Nacken, der mich diesmal zeitlich ganz schön ins Schwitzen bringt. Deshalb auch möchte ich hier um Nachsicht bitten, dass ich wirklich nicht alle Mails persönlich beantworten kann, die mich die letzten Tage und Wochen immer wieder erreichen. Aber zerreißen kann ich mich halt auch nicht. Immerhin habe ich es nun nebenher schon mal geschafft, etliche Fotos zu sichten und die mit entsprechenden Kommentaren auf meine Fotogalerie zu stellen. Eine 2. mit weiteren Impressionen wird in Kürze folgen.

www.voenix.de/gallery/1/index.html

Am Ende dieses Postings stehen darüber hinaus noch einige Links, die auf Pressemeldungen Videos und Fotos führen, die von der Aktion berichten. 

 

Jetzt aber noch mal zu der eigentlichen Versammlung, deren Ablauf ich hier jedoch nicht noch einmal zusammenfassen möchte. Wen es trotzdem interessiert, der lese die Kommentare zu den gemachten Fotos in der Fotogalerie:

Dank:

Vor allem möchte ich diese Zeilen hier nutzen, um mich noch einmal offiziell bei Euch allen zu bedanken, die ihr teilgenommen habt an dieser Aktion in Fritzlar, um hierdurch ihren positiven Ausgang überhaupt erst zu ermöglichen!!!

 

Gerade auch deshalb, weil es Vormittags an vielen Orten Deutschlands (auch in Fritzlar) noch wie aus Kübeln gegossen hat, was den ein oder anderen, der bereits zugesagt hatte, wohl lieber daheim hat bleiben lassen. Es hatten sich offiziell um die 140 Teilnehmer gemeldet. Am Ende waren wir dann doch immerhin noch 110, was somit nur einen geringfügigen prozentualen „Schwund“ ausmachte, wie mir einige, die Erfahrungen mit dem Organisieren haben, mehrfach bestätigten. Während der Aktion selbst fiel dann allerdings kein Tropfen mehr. – „Subber Bebe!“, wie ein österreichischer Schauspieler und einstiger Gouverneur von Kalifornien es treffend kommentieren würde.

 

 

Mein besonderer Dank geht hiermit noch mal an alle, die mich bei dieser Aktion tatkräftig unterstützt haben:

- Allen voran Christian für seine Hilfe bei der Verbreitung meines Aufrufes, seine Orga und Mitansprache.

- Dann Volkert und den KultUrgeistern für die musikalische Begleitung auf der Harfe, seine Rede, das einfühlsame Ritual und den Vortrag der stimmigen Gedichte. Und dass ihr Eure Trommeln mit angeschleppt habt!!!

- Den 2 Barden Carmen und Gerhard vom OBOD für ihre musikalische Einlage.

- Wodans Erben e.V. für die Übernahme der Organisation des im Vorfeld ausgeschauten Grillplatzes, auf dem auch gezeltet werden konnte. Und natürlich dafür, dass Ihr meinem Eichensetzling in einem würdigen Pflanzritual ein neues Zuhause im Wald bereitet habt.

- Dann Jutta, für ihren ganz besonderen Blick fürs Detail, sowie die wundervoll geflochtenen Eichenkränze, deren Grün nur so leuchtete und ganz erheblich zur Optik des Ganzen mit beitrug!

- Auch die mitgebrachten Blumen, Bestecke und Kränze mancher Teilnehmerinnen, die das Denkmal nachher schmückten, waren eine stimmige und sehr schöne Bereicherung. Und nicht zu vergessen die Räucherungen…

- Und auch meiner Gefährtin Patti will ich an dieser Stelle für ihre tatkräftige Unterstützung, Kritik und Mithilfe noch ein Kränzlein winden. Der eigene Partner geht bei solch einer Aktion ja gerne schon mal unter, weshalb es mir wichtig ist, sie hier ebenfalls mit aufzuführen, da sie vor allem am Samstag sehr umsichtig dafür Sorge trug, dass so manches von mir weggehalten wurde und ich hierdurch, trotz allen Trubels, noch ein wenig Zeit mit meiner extra angereisten Tochter verbringen durfte.

Auch geht mein Dank an die Leute vom Fritzlarer Ordnungsamt und jene Polizisten, die vor Ort waren, um das Ganze aus ein wenig Entfernung zu beobachten. Alle zeigten sich mir gegenüber durchweg höflich, sympathisch und sogar interessiert – muss hier also wirklich mal erwähnt werden!

Sogar die beiden Kripo-Beamten, die am Abend noch auf dem Grillplatz auftauchten, um vor Ort nach dem „rechten“ zu sehen, weil sie einen anonymen Tipp (jaaa genau, sehr mutig!) bekommen hätten, dass sich eventuell Nazis in unserem bunt gemischten Heidenhaufen befänden, waren ausgesprochen freundlich und zogen nach einem kurzen Wortwechsel wieder friedlich von dannen.

Kann man für so einen Tag mehr erwarten?

Zuletzt noch mal ein großes Lob an alle Grillteilnehmer, dass der Platz im Wald am kommenden Tag wieder komplett sauber und gereinigt war, sodass ich meine vorgestreckte Kaution vollständig wieder zurück überwiesen bekommen habe! Damit auch noch einen herzlichen Dank an alle freiwilligen Spender, da mit Eurem Gesamtbetrag die gröbsten Unkosten tatsächlich abgefangen werden konnten – womit ich echt gar nicht mehr gerechnet hatte…

 

Wenn ich also ein Resümee für diesen Tag ziehen möchte, kann ich hier guten Gewissens die Zeilen eines Dankesschreiben der Teilnehmer aus dem Celtoi.net und dem Celtoi e. V. wiedergeben, das mich 3 Tage nach der Aktion erreichte und mir gezeigt hat, dass die Botschaft angekommen ist:

 

„Es war eine sehr schöne und unseres Erachtens nach sehr fruchtbare und wichtige Versammlung. Man mag jetzt Diskussionen über das allgemeine Anerkennen und Ernstnehmen des Heidentums führen. Nichtsdestotrotz ist die Veranstaltung in Fritzlar am 16.06.2012 zwar ein kleiner, aber wichtiger Schritt gewesen.
Wichtiger war vor allem das Erzeugen und Erleben eines tiefen inneren Friedens und einer Selbstverständlichkeit, mit der Heiden aller Couleur auftraten. Was Kleidung und Brauchtum betrifft, kennzeichneten sie sich als Vertreter verschiedener Traditionen, die ihren eigenen persönlichen Wahrheiten folgen. Und doch zeigten alle gleichermaßen friedlich und einträchtig Flagge.
Dabei wurde Toleranz und Gelassenheit gelebt und zum Ausdruck gebracht. Wenn alleine dieses Gefühl, dieser tiefe innere Frieden, der unsere Stärke sein sollte, in das weitere Zusammenleben der Heidenschaft, der Gemeinschaften und Vereine getragen werden kann, war diese Treffen ein sehr großer Erfolg.
Lasst uns künftig häufiger streiten. Nicht gegeneinander, sondern miteinander. Für mehr Toleranz und Respekt. Das ist das Mindeste, was wir unseren Ahnen schuldig sind!"

 

…Und ebenso unseren Kindern! Ansonsten ist diesen Worten eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen, denn sie transportieren genau jenen Geist, den ich mit dieser Aktion in unsere Bewegung tragen wollte. Einen Geist der Gemeinsamkeit, der uns über alle Strömungen, Vereine und kleinliches Rechtgehabe untereinander Hinwegtragen sollte, um uns endlich miteinander zu einen zu etwas viel Größerem hin, dessen unsere Welt meiner Meinung nach mehr denn je wieder bedarf: Nämlich den so wichtigen Geist der Toleranz und Naturspiritualität! – nicht zuletzt, damit unser aller Zuhause, diese Erde, auch für unsere Kinder, Enkel und künftige Generationen noch einen lebenswerten Ort darstellen kann!


Drumrumgeplänkel:

Wie ich mitbekommen habe, ist die Versammlung auf diversen Internet-Foren im Nachhinein noch kräftig diskutiert worden. Das war abzusehen, irgendwie auch gewünscht und zuweilen auch sehr amüsierend. Vor allem, wenn sich jene zu Wort melden, die zwar nicht dabei waren, aber wohl gerade deswegen immer wieder viel zu sagen haben. Wenn ich all die, natürlich nur gut gemeinten, Ratschläge, Tipps etc. zusammenfassen würden, die mich schon im Vorfeld mit dieser Aktion ständig erreichten, könnte ich damit locker ein kleines Buch füllen. 

Zu meinem Erstaunen wurde vor allem die „Kleiderfrage“ der Anwesenden heftig diskutiert (!?), was ja schon fast zu viel der Ehre ist. Da wird man ja an einen echte Promi-Veranstaltung erinnert, bei dem solche Zeitschriften wie „Gala“ ihre ganze Aufmerksamkeit darauf richten, wer, wo und in welchen Klamotten aufmarschiert ist. Vor allem die Kritik über die, von der Presse logischerweise mit aufgenommene, „Fantasy-Gewandung“ kann ich überhaupt nicht nachvollziehen und teilen. Klar, waren einige von uns in „mittelalterlich“ anmutender Gewandung zu sehen, aber warum sollte das unserer Bewegung die Glaubwürdigkeit nehmen? Zudem waren es vielleicht mal ein Drittel, die solche Kleidung trugen. Na und? Einige davon kenne ich persönlich und kann nur sagen, dass sie auch privat in solchen Sachen herumlaufen, weil sie sich darin eben nun mal wohl fühlen und damit gleichzeitig demonstrieren, dass sie eben nicht mit der Masse schwimmen wollen. Mein Tipp: Verwendet Eure Zeit nächstens vielleicht doch mit fruchtbareren Diskussionen.

 

Pressestimmen:

Und auch, wenn die Presse vor Ort das ein oder andere nicht so ganz richtig wiedergegeben hat… sodass z.B. das Domgeläute die Reden ab und an unterbrochen hätte; was nämlich definitiv nicht der Fall war, sondern, im Gegenteil, mehrmals wie abgesprochen unmittelbar direkt nach Beendigung einer Rede erfolgte.

Auch habe ich niemanden gesehen, der sich das Gesicht mit Blättern und Ranken bemalt hatte. Viel interessanter finde ich die Tatsache, dass die betreffende Journalistin dies so wahrgenommen hat. Und jeder, der schon einmal wirklich tief in die Energie des Grünen Mannes abgetaucht ist, weiß, was ich damit meine…

Immerhin kam doch jemand, um das Ganze wahrzunehmen und zu kommentieren. Und seien wir doch mal ehrlich: Ich bin schon froh, wenn sie einen öffentlich nicht (wieder mal *Gähn*) in die rechte Ecke zu stecken versuchen, wie das ja leider immer und immer wieder noch vorkommt (s.o.)

Ein Herr Dr. Ulrich Skubella vom Fritzlarer Kulturverein soll auch vor Ort gewesen sein. Hätte mich gefreut, wenn er sich mir an diesem Tag vorgestellt hätte. Andererseits hatte ich es im Vorfeld ja auch verpasst, den Verein persönlich anzuschreiben und einzuladen. Nachdem ich mit dem Künstler Kontakt aufgenommen hatte, hab ich das wohl versemmelt. Man(n) denkt eben auch nicht an alles.  

Dann war da noch vom Vorwurf der „Selbstinszenierung“ zu lesen. Klar, musste ja kommen.

Man hatte mir im Vorfeld empfohlen, auf einem Tisch neben unserem kleinen Info-Tischchen doch noch all meine Bücher mit auszulegen, um vielleicht noch Signierungen vorzunehmen, was ich aber entschieden abgelehnt habe. Wenn die Kirche, ein Promi oder welcher Politiker auch immer irgendwo auftreten und sich für etwas einsetzen, hat das natürlich niemals was mit Selbstinszenierung zu tun – natürlich nicht…

Als Künstler ist die Selbstinszenierung immer auch Teil deines Wesens, da deine Kunst ja tief aus dir selber kommt, sprich, durch dich hindurch inszeniert wird. Und das lässt sich von dir als Person nun mal ebenso wenig trennen, wie das Laub von einem Baum, der solches produziert.

Und wer das anders sieht, darf dies gerne tun … dem entgegne ich darauf gerne in bayrischer Manier: „Scho recht…“

 

Fazit und um langsam zum Schluss zu kommen:

Da ich persönlich bisher nur positive Reaktionen bekommen habe und auch sonst (einschließlich des Wetters) alles auffallend rund an diesem Tag gelaufen ist, habe ich mit dieser Aktion nun so etwas wie eine „positive Erstprägung“ erfahren. Will sagen, das Ganze war so rund, dass ich mich nun bereits mit dem Gedanken trage, für das kommende Jahr wieder eine ähnliche Aktion zu planen.

Diese dann vielleicht in einem noch etwas größeren Rahmen (verlängertes WE), vor allem, da mir viele Leute bereits ihre tatkräftige Unterstützung angeboten haben, damit das ganze Drumherum sich beim nächsten mal vielleicht noch etwas besser verteilen lässt. Zum einen, um damit den von überall her Anreisenden die Möglichkeit des Übernachtens anzubieten und gleichzeitig, um noch mehr Raum und Zeit für den Dialog der Teilnehmer untereinander zu schaffen. Mir selbst schwebt da eine, wenn auch noch sehr diffuse, Vision vor, die so etwas wie ein großes Sommerfest zeigt, auf dem sich die einzelnen Strömungen begegnen, untereinander vorstellen, austauschen und gemeinsam feiern, tanzen und Rituale zelebrieren können. Oder, um vielleicht auch mal eine alte Kultstätte neu einzuweihen. Wer weiß, da gibt es so viele Dinge, die man da noch aufgreifen und auch im Vorfeld diskutieren und vorstellen könnte… Vielleicht ja sogar mal eine Abstimmung zu verschiedenen Vorschlägen, mal sehen…

 

Okay, noch mal, es war ein toller Tag, zu dessen Gelingen Ihr alle mit Eurer Präsenz, Eurer Vielfalt, Eurer Toleranz und Eurer Friedfertigkeit zu beigetragen habt. DANKE!

Hier nun die Links zu diversen Pressemeldungen: (viele von Euch werden sie wohl – dank Facebook und Co – eh schon gesichtet haben)

 

http://heimat-nachrichten.de/2012/06/21/in-odins-namen-naturreligionen-erobern-den-domplatz/

http://www.hna.de/nachrichten/schwalm-eder-kreis/fritzlar/traenen-vorm-bonifatius-denkmal-2356325.html

und hier hat ein Teilnehmer, mit Namen Sebastian Krebel, der eine Doktorarbeit über das Heidentum schreibt, alles per Video aufgenommen. Er hat dort auf seinem Blog all seine Fotos und Filme zur Verfügung gestellt. Es gibt dort wirklich schöne Porträts zu bewundern, die auch von der Kraft dieses Tages Zeugnis geben. Außerdem ist dort ein, wie ich finde, sehr persönlicher und engagierter Bericht von ihm zum Thema Heidentum zu lesen, der zeigt, welche Gedankengänge und Berührungsängste nach wie vor für Außenstehende existieren, die sich unserer Bewegung annähern.

http://hexenwelten.wordpress.com/2012/06/18/aktion-heiden-vereinigt-euch-16-6-12-fritzlar/

Davon, dass unsere Aktion alles andere als überflüssig war, sondern mehr denn je vonnöten ist, könnt Ihr Euch auf diesen Links hier unten überzeugen, die auf das „Missionswerk Bonifatius“ führen.

Was diese Pfaffen sich dort immer noch erdreisten abzuziehen, und das bei unseren Jüngsten, ist einfach nur ein Skandal!

"Zum Schulanfang nur ja nicht Gottes Segen vergessen!"

www.derwesten.de/nachrichten/der-missionierungseifer-des-heiligen-bonifatius-id6766685.html

http://www.bonifatiuswerk.de/singleausgabe-news/article/zum-schulanfang-gottes-segen-nicht-vergessen-bonifatiuswerk-startet-bundesweite-schulinitiative/58.html

kath.net/detail.php

Einer aus unseren Reihen, der mir diesen Link zuschickte, wusste seine Ohnmacht nicht anders umzusetzen (und ich weiß genau, wovon er spricht), als sie in dieser Karikatur unten festzuhalten. Wie genial bezeichnend diese ist, werdet Ihr erst verstehen, wenn Ihr Euch die genannten Seiten dort durchgelesen habt.

Besonders gefällt mir das Foto, auf dem 2 Popen sich inmitten einer Klasse von Schulanfängern suhlen. Keines der Kinder um sie herum lächelt, aber sie grinsen fett über beide Backen, als ob sie ob ihrer „tollen Schenkungs-Aktion“ schon die Englein im Himmelreich singen hören. Aber lest und staunt selbst… vielleicht habt Ihr ja Lust dort Kommentare abzugeben...

In diesem Sinne, lasst uns nicht wieder einschlafen, sondern die aufgebrochne Kraft und Energie des Heidentages in Fritzlar nutzen, um künftig mit weiteren Aktionen gegen diese übereifrigen, kirchlichen Zwangsmissionierer vorzugehen!

 Mit Heil und Segen,

Voenix 

PS: Eines weiß ich schon jetzt, mein nächstes Buch wird ihnen nicht gefallen ;-)

PSS: Zu allerletzt noch das Gedicht, um dessen Text mich vor Ort viele von Euch gebeten haben (leider ist mir der Autor nicht bekannt):


Ich suche meinen Stamm

Die Leute meines Stammes sind leicht zu erkennen:

Sie gehen aufrecht, haben ein Funkeln in den Augen

und ein Schmunzeln auf den Lippen.

Sie halten sich weder für heilig noch erleuchtet.

Sie sind oftmals durch ihre eigene Hölle gegangen,

haben ihre Schatten und Dämonen angeschaut,

angenommen und offenbart.

Sie sind keine Kinder mehr,

wissen wohl was ihnen angetan worden ist,

haben ihre Scham und ihre Rage explodieren lassen

und dann die Vergangenheit abgelegt,

die Nabelschnur abgeschnitten und

die Verzeihung ausgesprochen.

Weil sie nichts mehr verbergen wollen,

sind sie klar und offen.

Weil sie nicht mehr verdrängen müssen,

sind sie voller Energie, Neugierde und Begeisterung.

Das Feuer brennt in ihrem Bauch!

Die Leute meines Stammes kennen

den wilden Mann und die wilde Frau in sich

und haben keine Angst vor ihnen.

Sie halten nichts für gegeben und selbstverständlich,

prüfen nach, machen ihre eigene Erfahrungen und

folgen ihrer eigenen Intuition.

Männer und Frauen meines Stammes

begegnen sich auf der gleichen Ebene,

achten und schätzen ihr "Anders"-Sein,

konfrontieren sich ohne Bosheit und lieben ohne Rückhalt.

Leute meines Stammes gehen oft nach innen,

um sich zu sammeln,

Kontakt mit den eigenen Wurzeln auf zu nehmen,

sich wieder finden,

falls sie sich durch den Rausch das Lebens verloren haben.

Und dann kehren sie gerne zu ihrem Stamm zurück,

denn sie mögen teilen und mitteilen,

geben und nehmen, schenken und beschenkt werden.

Sie leben Wärme, Geborgenheit und Intimität.

Getrennt fühlen sie sich nicht verloren wie kleine Kinder und

können gut damit umgehen.

Zuweilen aber leiden sie an Isolation

und sehnen sich nach ihren Seelenbrüdern und -schwestern.